Vom Tierheim in die Familie
  • Ein guter Mensch kümmert sich um das Wohl seiner Tiere; ein böser hat kein Herz für sie.

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  • Im Gegensatz zum Menschen hat alles was der Hund macht hat seinen Grund.

  • Schau dir den Blick deines Hundes an. Kannst Du dann immer noch behaupten, er hätte keine Seele?

  • Ich habe große Achtung vor der Menschenkenntnis meines Hundes. Er ist schneller und gründlicher als ich.

Ein Blick in die Geschiche

Die Lebensweise des frühen Homo sapiens unterschied den am Anfang nicht grundlegend von der seiner Vorfahren. Er trat in Gruppen auf, war Jagdstratege und ein kenntnisreicher Sammler essbarer Pflanzen. Er erfand Geräte wie die Speerschleuder. Diese verbesserte die Durchschlagskraft und Zielgenauigkeit des Speerwurfs enorm.

Gegen Ende des Pleistozäns, um 10.000 vor Christus, optimierte der moderne Mensch seine Jagdmethode mit Pfeil und Bogen. Mit Nadeln aus Knochen nähte er bessere und dichtere Kleidung.

Daneben gelang ihm die älteste Domestikationsleistung überhaupt.

Er zähmte Wölfe und züchtete den Hund. Isegrims Abkömmling – das einzige von Jägern und Sammlern domestizierte Haustier – wurde nicht verspeist. Er diente dem Menschen von Anfang an als Begleiter und Gehilfe für Jagd und Wacht. Hunde können Gesten und Mimik des Menschen bis heute besonders gut deuten, was die Kommunikation und das Zusammenleben (sofern es der Mensch zulässt) erleichtert.


Das Doppelgrab von Oberkassel

Zwei Arbeiter entdeckten im Februar 1914 beim Schuttabfahren im Steinbruch „Am Stingenberg“ (in der Nähe von Bonn-Oberkassel) Knochen, die sie als menschliche Überreste erkannten. Die Gebeine und dass sie umgebende Erdreich waren rötlich verfärbt. Die Knochen waren in gutem Zustand, zwei Schädel fast unversehrt. Die Arbeit wurde unterbrochen und der Oberkasseler Lehrer Franz Kissel sorgte dafür, dass der Fund gesichert wurde. Unter einem der Schädel entdeckte man einen etwa 20 cm langen, schmalen Knochengegenstand, der an einem Ende verziert war.

Wenig Beachtung im Vergleich zu den Skeletten und den Kulturbeigaben schenkten die Wissenschaftler, die nach der Entdeckung des Grabes den Oberkasseler Fund auswerteten, den gefundenen Tierknochenresten.

Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte.

Mitte der 1980er Jahre wurden die Tierknochen des Doppelgrabes erneut untersucht. Dabei kam es teilweise zu einer Revision der Befunde, die schon 1919 veröffentlicht wurden. Irrtümlicherweise wurden damals auch Luchs (Lynx lynx) und Reh (Capreolus capreolus) bestimmt, diese Knochen sind jedoch aus heutiger Sicht dem im Doppelgrab gefundenen Haushund zuzuordnen. Die Fauna lässt auf eine lichte Waldbedeckung schließen, wie sie für die Bestattungszeit typisch ist.

In der Zusammenfassung der Ergebnisse der jüngeren Forschung, sind die im Tiermaterial von Oberkassel früher dem Wolf zugeschriebenen Caniden-Überreste von besonderer Bedeutung.

Der morphologische und metrische Vergleich zeigt, dass die Summe von Domestikationsmerkmalen für einen Haushund spricht. Selbst bei entsprechender Vorsicht kann also von einer spätpaläolithischen Haustierwerdung des Wolfes gesprochen werden.

Das Doppelgrab von Oberkassel enthielt also die Skelette eines etwa 50 Jahre alten Mannes, einer 20- bis 25-jährigen Frau sowie die Überreste eines Hundes. Der Haushund von Oberkassel, der vor ungefähr 14.000 Jahren den jagenden Menschen der Cromagnon-Rasse begleitete, ist somit das bisher älteste Haustier der Menschheit.


Forensische Gesichtsrekonstruktion

Das Auftreten des Haushundes in Oberkassel und das fast gleichzeitige Auftreten erster Haushunde in Mitteleuropa, im Vorderen Orient, in Fernost und in Nordamerika lässt an mehrere voneinander unabhängige Zentren der Wolfsdomestikationen im Jungpaläolithikum vermuten.

Eine 2013 publizierte Untersuchung der mtDNA von 18 prähistorischen Caniden aus Eurasien und Amerika lässt hingegen die Schlussfolgerung zu, dass der Ursprung der Domestikation des Wolfes im heutigen Europa zu suchen ist. Und zwar in einem Zeitfenster zwischen 32.000 und 18.000 Jahren vor unsrer Zeitrechnung (v. Chr.).

Der Hund von Oberkassel war dabei eines der untersuchten Exemplare und war somit bereits vor rund 14.000 Jahren nicht nur Freund und Helfer, sondern ein wichtiges Mitglied der menschlichen Familie.


Einer von uns (Rekonstruktion)